Kein Bruchstrichpilot

Da ich mich ja entschlossen hatte, das „Gelbschen“ unbeschränkt zuzulassen, konnte ich am Wochenende tatsächlich bei dem schönen, sonnigen Wetter noch eine Runde fahren. Es war dann zwar doch kälter, als angenommen, aber es hat trotzdem Spaß gemacht. Die Sonne hielt jedenfalls noch, bis ich wieder zuhause war.


Der letzte Halt war dann im Kloster Polling. Eigentlich ist das Fotografieren in der Kirche verboten, aber ehrlich gesagt, hat mich das so gar nicht interessiert. Somit gibt es auch ein Foto von innen.

Die Strecke im einzelnen . . .

Bei dieser Tour war ist es mir auch zum ersten mal passiert, das ich in einer Kurve mit der Fußraste auf den Asphalt gekommen bin *huuiii* Und das als blutige Anfängerin. Aber irgendwie steht mein „Gelbschen“ auf Kurven. Der Ex nennt sie eine Kurvensau, und das scheint sie wohl auch zu sein. Er befürchtet inzwischen,das ich ihn im Urlaub (sobald ich das mit dem Lenkimpuls gelernt habe) dann abspatzen werde.

Könnt passieren.
Grins.

Der Nachwuchs ist da

Ja, ich hab das Kälbchen erworben. Eine 50 PS BMW F 650 GS (R13) in Titan Blue2 Metallic. Ausgestattet mit Werkstieferlegung, niedriger Sitzbank, abschaltbarem ABS, Heizgriffen, Wunderlich Tourenscheibe, Sportauspuff, 140er Reifen hinten und weißen Blinkern. Gekauft mit einem Zählerstand von 34.920 km.

Erworben habe ich es heute vor einer Woche – am Mittwoch, 12-Nov-2014. Und da ich schon im Vorfeld die Deckungszusage der Versicherung bekommen hatte, konnte ich es am nächsten Tag direkt zulassen. Gut, das war auch der Tatsache geschuldet, das unsere örtliche Zulassungsstelle so blöde Öffnungszeiten anbietet … nur Donnerstags bis 18:00 Uhr. Sonst bis 12:30 bzw 15:30 Uhr.

Wunschkennzeichen habe ich keines, da ich über das Kennzeichen keine Rückschlüsse auf mich zulassen wollte, wie mit Initialen o.ä. Das ist schon schlimm genug bei meinem Auto. Als mir die Dame bei der Zulassungsstelle allerdings das Kennzeichen nannte, das sie mir anbieten könnte, bin ich in schallendes Gelächter ausgebrochen. In wirklich, wirklich schallendes Gelächter. Denn es war genau das Kennzeichen meines Ex.

Und so hat mein Kälbchen nun das gleiche (Ganzjahres-)Kennzeichen, das auch die Kuh hat. Ich finde das schön. Meinem Ex hat es fast die Tränen in die Augen getrieben, als ich ihm vom Kauf und vom Kennzeichen erzählt habe. Er hat sich riesig für mich gefreut. Wir haben dann abends gemeinsam eine Flasche Wein auf den Kauf geleert.

Am Samstag war dann der Tag, an dem ich die erste Tour alleine auf einem Motorrad unternommen habe. Alleine, ohne Fahrlehrer als Rückendeckung. Alleine, ohne irgend wen als Schutz. Nur das Kälbchen und ich.

Knapp 90 Minuten und 61 km später bin ich noch immer zufrieden. Es fühlt sich gut an, mit dem eigenen Motorrad unterwegs sein zu können. Es liegt aber noch sehr viel Arbeit vor mir, grade was das Kurvenfahren angeht. Aber dabei wird mir mein Ex im Frühjahr helfen. Das hat er mir versprochen.

Somit ist nun warten auf gutes (trockenes) Wetter angesagt, damit ich weiterüben kann. Hoffentlich hat Petrus ein Einsehen mit mir und bringt einen milden Winter und eine schönes Frühjahr.


Kälbchen fallen nicht vom Himmel

… man findet sie zufällig im Internet.

Da ich ja nun seit ein paar Wochen die offizielle Erlaubnis besitze, dann doch richtig Motorradfahren zu lernen bin ich derzeit auf der Suche nach einem geeigneten Fortbewegungsmittel. Der Ex hilft mir tatkräftig suchen, aber fündig bin ich dann selber geworden.

Da ich mit der Kawa ER-6n zwar vom Handling und der Sitzposition sehr zufrieden war, im Gegensatz zur Geräuschentwicklung, war schnell klar, dass es keine Zweizylinder 600 cm3 Maschine werden würde. Da ich zudem bei meinem Auto auch noch Diesel-Fahrerin bin, kam die Idee meines Traumprinzen es doch mal mit einem Einzylinder zu versuchen.

Sein Vorschlag: BMW F650. Aber wenn dann die GS ab Bj 2001. Die wäre besser als das Vorgängermodell. Als wurde eben nach einer bezahlbaren BMW F650 GS gesucht. Gefunden habe ich „das Kälbchen“ dann 10 Minuten entfernt von mir. Und auch noch bezahlbar von einem Privatverkäufer.

Gestern nun habe ich dann die Probefahrt gemacht. Und ja, es ist im ersten Moment etwas merkwürdig, mir einem Einzylinder zu fahren. Es „blubbert“ einfach unerwartet. Aber von der Sitzposition, den Hebelwegen und dem Fahrverhalten an sich gefällt mir die Maschine sehr gut. Auch der Wendeversuch auf der schmalen, leicht abschüssigen Straße klappte wunderbar.


Und so wird das Kälbchen wohl in Kürze in meine Tiefgarage umziehen.

Ich warte jetzt nur noch auf die Deckungszusage der Versicherung, dann kann ich es auf mich zulassen. Vielleicht sollte ich vorher spaßeshalber mal bei der Zulassungsstelle anrufen wegen des Kennzeichens. Vielleicht kann ich ja ein anderes Kennzeichen bekommen. Das jetzige gefällt mir nicht. Es trägt die Initialen des Vorbesitzers. Und das mag ich irgendwie nicht, zumal er ja ganz in der Nähe wohnt. Mal schauen, was geht.



Believe you can and you’re halfway there.

Theodore Roosevelt

Donnerstag, 16-Okt-2014.
Prüfungstag.
Der Tag, auf den ich seit Wochen hingearbeitet hatte.

Als Prüfungsbeginn war 11:15 Uhr angesetzt worden. Daher hatte ich von Bernd gesagt bekommen, dass ich um 10:00 Uhr an der Fahrschule sein solle. Damit ich die Stunde noch nutzen konnte um mich „einzufahren“. So durfte ich dann gegen 10:10h loslegen mit den Grundfahraufgaben, die ich ja würde zeigen müssen. Und wie es eben so ist, mit jeder Wiederholung wurde es nur noch schlimmer. Bernd wurde (zu recht) ungehalten. Er wurde wohl durch meine Nervosität angesteckt.

Während ich anfing zu üben, stand ein junges Mädel in Motorradklamotten am Stromverteiler und wartete. Laut Aussage von Bernd hatte diese ihre Prüfung bereits hinter sich – und bestanden. Ein anderer Fahrschüler wäre grade mit dem Prüfer unterwegs. Umso besser. Hatte ich noch Zeit.

Dachte ich jedenfalls.

Aber der Prüfer tauchte schon lange vor der Zeit auf. Der andere Prüfling schien durchgefallen zu sein, denn dessen Prüfung war schon weit vor 10:30h beendet. Was es für mein Nervenkostüm nicht besser machte. Bernd hat dann den Prüfer gebeten, dass er doch bitte noch einen kleine Brotzeitpause machen könnte. Er würde mir gerne noch ein wenig Zeit geben, um mich mental vorbereiten zu können.

Und so tauchte er um 10:45h wieder auf. 45 Minuten vor der eigentlichen Zeit. Somit begann die Prüfung viel früher, als gedacht. Der Prüfer spulte seine Pflichten ab, wie Ausweiskontrolle, Verhaltenshinweise, und, da es in diesem Moment anfing zu nieseln, noch den dringenden Hinweis keine Risiken einzugehen. Keine Sorge, Herr Prüfer, ich werde keine bestimmt Risiken eingehen. Ganz sicher nicht. Ich will schließlich die Plastikkarte bekommen.

Gefordert wurden laut Prüfungsrichtlinie die Grundfahraufgaben für die Klasse A (Anlage 7 Nr. 2.1.4.1 FeV): Fahren eines Slaloms mit Schrittgeschwindigkeit (5 x 3,5 m Abstand, GA-Nr. 2.1), Langer Slalom (4 x 9 m, 2 x 7 m Abstand, GA-Nr. 2.6), Ausweichen ohne Abbremsen (GA-Nr. 2.3), Fahren mit Schrittgeschwindigkeit geradeaus (GA-Nr. 2.7) sowie Ausweichen nach Abbremsen (GA-Nr. 2.4) und das befürchtete Abbremsen mit höchstmöglicher Verzögerung („Gefahrbremsung“ GA-Nr. 2.2).

Erspart blieben mir Stop-and-Go (GA-Nr.2.8) und die Kreisfahrt (4,5 m Halbmesser, GA-Nr.2.9), die aber nur alternativ zu zeigen sind.

Um 11:05 Uhr stand dann der Prüfer vor mir und teilte mir mit, dass ich die erste Hälfte hinter mir hätte und das nun die Prüfungsstrecke außerhalb geschlossener Ortschaften folgen würde. Ich solle bitte auf Anweisung meines Fahrlehrers fahren. Ganz ehrlich? Ich war so perplex, das ich zwar die Worte vernommen, aber nicht verstanden habe was der gute Mann mir in diesem Moment mitgeteilt hat. Im ernst, ich war völlig geschockt, das ich Teil 1 wohl wirklich bestanden hatte.

Und so ging es dann auf die am Vortag geübte Strecke. An dieser Stelle noch einmal „Herzlichen Dank dafür, Bernd. Einfach – Danke!“ Und außerdem ein ausdrückliches Dankensgebet an Petrus – für den Nieselregen zu Beginn der Prüfung. Die Straßen waren nass, daher konnte ich im kurvigen Teil deutlich langsamer fahren. Ich sollte ja kein Risiko eingehen. Also bin ich diese Strecke nur mit durchschnittlich 50-60 km/h gefahren.

11:50 Uhr war ich dann wieder am der Fahrschule. Völlig durchgeschwitzt, klatschnass und nervös. Die Frage des Prüfers, ob ich denn mit meiner Fahrt zufrieden gewesen sein, musste ich mit Nein beantworten. Was den Prüfer wohl zufrieden stellte. Denn einen Fahrfehler hatte ich gemacht. Und das wollte er wohl sehen, dass ich das auch bemerkt hatte. GsD war dieser nicht gefährlich. Weder für mich, noch für andere Verkehrsteilnehmer.

Und so bekam ich kurz vor 12:00 Uhr meine neue Plastikkarte tatsächlich ausgehändigt.

Das mag sich jetzt alles schön lesen, aber ich habe wirklich bis Samstagmittag gebraucht, um zu realisieren das ich bestanden habe und seit dem stolze Besitzerin der Fahrerlaubnis bin. Wenn auch einer auf 15 Jahre befristeten. Aber es ist eben so. Der neue Führerschein ist nur noch befristet gültig. Die Gültigkeitsdauer beträgt nur noch 15 Jahre, danach muss er gegen ein neues Dokument umgetauscht werden.

Ich besitze inzwischen eine sehr umfassende Liste an Fahrerlaubnissen der Klassen: A, A1, A2, AM, B, C1, BE, C1E, CE (>12.000kg) sowie L. Eigentlich darf ich fast alles fahren, was mir vor den Schlüssel kommt.

Jetzt fehlt „nur noch“ das passende Mopped. Nächstes Wochenende werde ich mal die BMW R 1100 R vom Bruder meines Ex Probesitzen um zu schauen, ob das mit meiner Beinlänge kompatibel ist. Oder ob ich dafür zu klein bin. Mal schauen. Wär schön, wenn es passen würde.

Ich hätte gerne eine Maschine mit Boxermotor.

only 16 hours left

Mittwoch waren, ebenso wie schon am Tag vorher, Grundfahraufgaben angesagt. Mein Fahrlehrer Bernd hatte sich extra den späten Nachmittag für mich reserviert. Und so waren es tatsächlich 3 volle Stunden, die wir/ich geübt haben.

Auch wenn er zeitweise mit über dem Kopf zusammengeschlagenen Händen auf dem Übungsplatz stand, saßen bis auf das Kreisfahren am Schluß tatsächlich alle anderen Aufgaben. Sowohl die Gefahrbremsung, als auch das Ausweichen mit Abbremsen. Aber der Ehrlichkeit halber muss ich zugeben, dass die Angst noch sehr, sehr tief saß.

Zum Abschluss durfte ich dann noch einmal die (vermutliche) Prüfungsrunde fahren. Einerseits zum runterkommen, andererseits damit ich mir die Strecke noch einmal einprägen konnte. Und das war auch gut so. Denn an drei Stellen würde ich aufpassen müssen, um nicht in der Kurve auf die Gegenfahrbahn zu kommen.

Nur noch 16 Stunden.
Hoffentlich kann ich schlafen.

Failing to plan is planning to fail. Winning to plan is planning to win.

Gestern war wieder mal Grundfahrübungentag.
Gestern war wieder mal ein Sturztag.

Ja, der langsame Slalom klappt inzwischen recht gut. Aber es gibt noch zwei Übungen, die ich verschärft übern muss, da diese einfach nicht sitzen. Zum einen Ausweichen mit Bremsen, zum anderen die vermaledeite Gefahrenbremsung. Und genau da ist es gestern (wieder) passiert. Gefahren, gebremst, gefallen. Zum Kotzen. Einfach zum kotzen. Ich schätze, es ist passiert weil ich zu langsam war, die Füße auf den Boden zu stellen. Oder weil ich den Lenker leicht eingeschlagen habe. Keine Ahnung. Ich merkte nur, dass ich ins Kippen kam und im Interesse meines linken Knies habe ich mich dann eben fallen lassen.

Mein Fahrlehrer ist inzwischen nicht mehr so richtig sicher, ob das mit der praktischen Prüfung am Donnerstag eine so gute Idee war. Aber das Jahr ist fast rum, viel Zeit bleibt nicht mehr. Von daher fresse ich seit gestern Bachblüten um meine Nerven -und die Heulerei- in den Griff zu bekommen. Denn tränenüberströmt zum Prüfung zu erscheinen ist vermutlich keine wirklich gute Idee.

Also … Donnerstag ist dann bitte Daumendrücken angesagt. Ich kann jeden Daumen, Finger, Zehen echt gebrauchen.

Try Again. Fail again. Fail better.

Freitag waren mal wieder Grundübungen angesagt. 90 Minuten nur auf dem Übungsplatz. Aber zum ersten Mal hat der langsame Slalom funktioniert. Ok, einer von drei Versuchen hat funktioniert. Mehr nicht. Aber einer ist besser als null. Die Gefahrbremsung aus 50 km/h klappt immer noch nicht so richtig und beim Ausweichen-mit-Bremsen stelle ich mich an, wie der letzte Depp.

Warum mein Fahrlehrer der festen Ansicht ist, das ich am Donnerstag die praktische Prüfung bestehen werde, ist mir immer noch ein Rätsel. Aber – er will mich heute wohl dafür anmelden.

So ein Gottvertrauen möchte ich bitte bis Donnerstag auch haben.

Ach, übrigens … falls es jemanden interessiert:
Ich habe bei youtube dieses Video gefunden, das die Grundfahrübungen mit dem Motorrad sehr anschaulich zeigt.


Eingeschlafene Finger und anderes

Am 02-Okt-2014 war meine Theoretische Prüfung. Und natürlich ist frau dann nervös wie die Seuche. Aber eigentlich war es völlig chillig. Termin war um 08:45 Uhr, um 09:00 Uhr ging es dann nach einer sehr ausführlichen Einweisung in das offizielle TÜV-Testsystem los. Um 09:05 Uhr war ich fertig mit meinen Fragen, um 09:08 Uhr stand ich wieder draußen und konnte heimfahren. Null Fehler. Bestanden.

Danach war erst einmal langes Wochenende mit meinem Ex angesagt. Fußball, dummschwätzen, einfach die Zeit genießen – ohne lernen zu müssen.

Die nächste Fahrstunde war dann gestern, 07-Okt-2014. Und da mir noch die ganzen Autobahnstunden fehlen, mussten die halt gefahren werden. Nun ist leider bei uns in der Nähe keine Autobahn. Daher ging es dann eben über Land dort hin. Schön über die Dörfer, um die Kurventechnik etwas zu verbessern. daran hapert es bei mir noch gewaltig.

Im Allgemeinen mag ich Autobahnfahrten nicht, und mit dem Motorrad erst recht nicht. Das Rauf und Runter beherrsche ich, ebenso das Überholen. Ist nach gut 250.000 gefahrenen (Auto-) Kilometern auch keine Kunst. Aber – Pflicht ist Pflicht. Und so waren es schlussendlich dann halt mal wieder 63 km mehr auf dem Zähler.


Was mich nur tierisch nervt ist die Tatsache, das ich in manchen Kurven das Gefühl habe, keine Kontrolle über das Motorrad zu haben. Als wenn ich einen Abflug machen würde. Der Ex versucht mir zwar, das physikalische Prinzip zu vermitteln, aber ich und Physik? Schweine im Weltall. Böhmische Dörfer. Das einzige, das ich verstanden habe ist, das es mit der Geschwindigkeit zusammenhängt. Oder dem, wie ich die Kurve anfahre. Oder beides zusammen. Und so muss ich dann wohl oder übel immer wieder testen, wie es richtig geht. In der Hoffnung, das nichts schlimmeres passiert dabei.

Erschwerend kam auf dem Rückweg dann hinzu, dass mir zwei Finger an der rechten Hand einschliefen. Kleiner und Ringfinger. Und ich habe keine Ahnung wieso. Nach Handschuh ausziehen und Fingergymnastik ging es dann wieder. Aber es ist schon ein komisches Gefühl, mit tauben Fingern Motorrad zu fahren.

Üben, üben, üben

Da die Grundfahrübungen, und im speziellen der Langsam-Slalom, mir noch immer massive Probleme bereiten, musste ich diese am Mittwoch also wieder üben. Nicht, das mir das nicht inzwischen zum Hals raushängen würde. Aber wenn ich die Fahrprüfung bestehen will, muss das eben sitzen. Also üben, üben, üben.

Nach 90 Minuten durfte ich dann aber GsD noch eine klitzekleine Runde drehen. Leider fing es genau dabei an zu regnen. den ganzen Nachmittag beim üben war es trocken. Blöd. Aber ich war trotzdem froh, vom Platz zu kommen. Und so gab es (wieder mal) eine beliebte Prüfungsrunde. Enge Strassen und viele Kurven. So, wie Prüfer es am liebsten haben.


Nachtfahrten und andere Widrigkeiten

Montagabend, 29-Sep-2014 war es dann soweit. Ab 20:15 Uhr standen die Pflicht-Nachtfahrtstunden auf dem Kalender. Ich hatte schon große Befürchtungen hinsichtlich des Wetters, aber es war bis zum Abend trocken. Nur leider wurde es mit einsetzender Dunkelheit dann auch kalt. Und so musste ich eben mit Thermounterwäsche fahren. Die ich nicht besonders mag, da sie furchtbar eng und furchtbar warm ist. Gut letzteres ist ihr Sinn, aber wenn frau eh nervös ist und schwitzt ist das furchtbar unangenehm.

Aber – es half ja nichts. Die Pflichtstunden müssen absolviert werden. Und so ging es dann anfangs über eine inzwischen bekannte Strecke. Naja, eigentlich kenne ich irgendwie alle Strecken. Bin sie nur zum Teil seit 10-15 Jahren nicht mehr gefahren. Daher habe ich mich dann auch an einer Stelle verfahren. Besser gesagt, ich bin zu früh abgebogen und musste dann auf der alten, inzwischen gesperrten, Schongauer Straße wenden. Auf einer schrägen, geneigten Straße, die an den Rändern leider zu matschig war um in einem Zug herum zu fahren. Aber – mit viel Schwitzen und noch viel mehr Geduld habe ich die Kawa umfallfrei gewendet und konnte weiterfahren.

Unangenehm wurde es dann auf der B 17 (Umgehung Schongau-Peiting), als ich den Lech überqueren musste. Dort zog Nebel auf. Richtig fette Nebelschwaden. Auch auf dem Rückweg durch Schongau selber ebenso wie in Peiting, war es stellenweise extrem nebelig. Wenn dann zudem noch das Visier beschlägt, hat frau irgendwann richtig Stress. Und wenn frau dann in diesem Moment in einer senke beim Abbiegen ist, runterschalten und gleichzeitig abblenden muss, dann geht einem schon mal der Puls so richtig hoch.

Aber … es ist alles gut gegangen. Ich war trotzdem froh, als ich nach 2 Std 15 min und 86 km wieder zurück an der Fahrschule war. Und heimfahren durfte. Und ins Bett. Ich war einfach nur noch platt.

Die Tage danach

Letzte Woche „durfte“ ich insg. 3-mal fahren. Mittwoch 120 Minuten, Freitag und Samstag dann jeweils 180 Minuten. Und das merke ich brutal. Eigentlich bin ich ein wandelnder Muskelkater. Zumindest in den Armen, den kompletten Armen. Und wenn frau dann noch umfällt beim Abbiegen, tut das nicht so richtig gut. Peinlich ist es zudem auch noch. Und zwar gewaltig.

Natürlich ist es wichtig, so viel wie möglich zu fahren um irgendwann dann doch mal eine gewisse Sicherheit zu bekommen. Aber am Samstag habe ich merken müssen, wie wichtig es für mich ist, die Grundfahrübungen ständig zu wiederholen. Daran hapert es im Moment auch noch gewaltig. Also bestehen die Fahrstunden im Moment auf einem Teil Grundfahrübungen und dem Rest dann eben Überland o.ä. Vor allem mit den Schrittgeschwindigkeits-Übungen habe ich massive Probleme. Slalom bei 5 km/h ist einfach NUR anstrengend.


Tour 2 – 63 km


Tour 3 – 55 km

Heute Abend folgt dann der Teil mit der Nachtfahrt. Irgendwie graut es mir davor. SOO sicher bin ich noch nicht mit dem Motorrad und ich weiß, wie bekloppt viele Autofahrer sind. Aber … das wird schon. Chakka. Ich schaffe das.

Der Termin für die theoretische Prüfung steht inzwischen auch. Donnerstag, 02-Okt-2014. Danach werde ich wissen, ob all das Lernen mit dem Theo zielführend war, oder ob mir meine Prüfungsangst mal wieder Probleme verursacht hat.

Nur noch 3-mal schlafen.

Vorbehalte und Befürchtungen

Am 11-Sep-2014 (ausgerechnet) war es dann soweit. Ich setzte mich zum ersten Mal auf das Fahrschul-Motorrad. Ich war tatsächlich Fahrschüler. Es war zwar ausgemacht gewesen, das ich auf einer Honda CBF600 lernen sollte, wir hatten dann aber beschlossen, die ersten Stunden auf der wesentlich leichtern Kawasaki Er-6n zu machen.


Kawasaki Er-6n


Honda CBF600

Die Übungsfahrten fanden auf dem Volksfestplatz statt. Schön groß, geteert und am Ende auch der Ort, an dem die Grundfahrübungen bei der prakt. Prüfung absolviert werden müssen. Ist ja nicht so, als wenn frau sich nicht wie der größte Vollhonk anstellen würde dabei. Aber nach 4 Fahrstunden durfte ich dann doch tatsächlich auf Menschheit los. Ich auf der Kawa, Bernd im Fahrschulwagen als Absicherung und Kommandostimme hinterher. GsD war es sonnig und trocken auf dieser ersten Runde. Und trotz der großen Befürchtungen, die mein Fahrlehrer hatte, ist es sogar relativ glimpflich über die Bühne gegangen.

Einen Anschiss habe ich völlig zu recht kassiert. Darüber brauche ich jetzt nicht diskutieren. Er hatte vollkommen Recht und ich hab nen Bock geschossen. Punkt. Man fährt nicht aus einer Ausfahrt auf eine Schnellstraße, wenn von hinten noch einer kommt. Du bist als Anfänger nicht schnell genug. Basta.

Das ich dann beim Abbiegen die Kawa abgewürgt habe an einer Steigung war nicht schön, ließ sich aber nicht ändern. Falschen Gang erwischt und sie stand. Das Anfahren am Berg musste Bernd mir dann halt unfreiwillig früh erklären, hat dann aber GsD auf Anhieb funktioniert und ich bin fehler- und stotterfrei angefahren.

Im Großen und Ganzen war die Runde, die wir gefahren sind, eine der Strecken die die Prüfer hier gerne wählen. Kurvenreich, viele Ortsdurchfahrten, Bahnübergänge und leichte Steigungen. Alles, was das Prüferherz begehrt. Jetzt hoffe ich nur noch, das ich lerne mit den Motorrädern zurecht zu kommen um dann auch tatsächlich zu bestehen – wenn es dann soweit ist.


Tour 1 – 44 km

Für dumme Ideen ist frau nie zu alt

Da der Ex und ich in den letzten Jahren mehr oder weniger regelmäßig mit seinem Motorrad in den Urlaub gefahren sind – und ich immer mit dem lächerlichen 35 L Seitenkoffer auskommen musste – reifte dann irgendwann im letzten Jahr die Idee, doch selber den Motorradführerschein zu machen.

Gut, ich bin inzwischen 45, aber eben auch für eine dumme Idee nie zu alt.

Und so hat mein Ex für mich am Osterwochenende zwei Probefahrstunden in Frankfurt für mich ausgemacht. Die erste Maschine, die ich testen konnte, war eine Suzuki. Mit der ich GAR NICHT zurecht kam. Sitzposition, -haltung, Kupplungshebel, nichts passte zu mir. Und so bekam ich dann für die zweite Probestunde eine Honda CB500. Ein komplett anderes Gefühl. Schon beim Aufsitzen fühlte es sich völlig anders an. Und der Rest passte dann auch, wie sich im Verlauf der nächsten Stunde zeigen sollte. Ich kam an den Kupplungshebel, die Fußrasten, einfach alles. Von daher schien die Idee mit dem Führerschein gar nicht mehr so abwegig.

Geplant war, im Mai damit zu beginnen. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Anfang Mai zerlegte ich mir dann mein Knie und durfte erst einmal damit unters Messer. Und danach in die Hände von Physiotherapeuten, die mich doch bitte schnellstmöglich wieder fit bekommen sollten. Besser gesagt – das Knie. Und so verschob sich die ganze Aktion um ein paar Monate, bis ich mich auf den Weg in eine unsere örtlichen Fahrschulen machen konnte. Gelandet bin ich bei Bernd und Petra Steinmetz, die das Wagnis eingehen wollten, mir alten Krücke zum erweiterten A zu verhelfen.

Da mein Knie noch nicht 100%ig fit war, habe ich dann eben Mitte August mit den Theoriestunden begonnen. GsD sind das bei der Erweiterung nur 6x 90 Minuten. Aber man kommt sich mit 45 trotzdem blöd vor, mit den Kindern im Unterricht zu sitzen und nach 25 Jahren Fahrpraxis wieder Theorieunterricht zu haben.

Mitte September bekam ich dann meinen „Theo“ … einen Touchscreen-Palm, der mich mit allen offiziellen Fragen der amtlichen Prüfung gequält hat. Gut, das System ist nicht schlecht, es gibt sofort eine Rückmeldung ob man richtig lag oder nicht, aber sein wir mal ehrlich … ein Palm.

Ein P A L M.

Scheiß Display, bescheiden zu lesen, das entnervende Gepiepse nicht abschaltbar, und eine Akkulaufzeit von 5-6 Stunden. Quizduell für Arme. Das einzig gute daran ist die Geld-zurück-Garantie. Falls man nicht bestehen sollte, bekommt man die Gebühr für die erneute Theorieprüfung! Dafür muss man aber alle 987 Fragen (in meinem Fall) 5-mal richtig plus 5 Probeprüfungen bestanden haben. DANN gilt die Garantie. In Zahlen = 6.000 Fragen beantwortet in gut 14,5 Stunden reiner Lernzeit. Heftig.

Aber – sobald meine Papiere vorliegen, kann ich zur Theorieprüfung gehen.