Für dumme Ideen ist frau nie zu alt

Da der Frankfurter und ich in den letzten Jahren mehr oder weniger regelmäßig mit seinem Motorrad in den Urlaub gefahren sind – und ich immer mit dem lächerlichen 35 L Seitenkoffer auskommen musste – reifte dann irgendwann im letzten Jahr die Idee, doch selber den Motorradführerschein zu machen.

Gut, ich bin inzwischen 45, aber eben auch für eine dumme Idee nie zu alt.

Und so hat der Frankfurter für mich am Osterwochenende zwei Probefahrstunden für mich ausgemacht. Die erste Maschine, die ich testen konnte, war eine Suzuki. Mit der ich GAR NICHT zurecht kam. Sitzposition, -haltung, Kupplungshebel, nichts passte zu mir. Und so bekam ich dann für die zweite Probestunde eine Honda CB500. Ein komplett anderes Gefühl. Schon beim Aufsitzen fühlte es sich völlig anders an. Und der Rest passte dann auch, wie sich im Verlauf der nächsten Stunde zeigen sollte. Ich kam an den Kupplungshebel, die Fußrasten, einfach alles. Von daher schien die Idee mit dem Führerschein gar nicht mehr so abwegig.

Geplant war, im Mai damit zu beginnen. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Anfang Mai zerlegte ich mir dann mein Knie und durfte erst einmal damit unters Messer. Und danach in die Hände von Physiotherapeuten, die mich doch bitte schnellstmöglich wieder fit bekommen sollten. Besser gesagt – das Knie. Und so verschob sich die ganze Aktion um ein paar Monate, bis ich mich auf den Weg in eine unsere örtlichen Fahrschulen machen konnte. Gelandet bin ich bei Bernd und Petra Steinmetz, die das Wagnis eingehen wollten, mir alten Krücke zum erweiterten A zu verhelfen.

Da mein Knie noch nicht 100%ig fit war, habe ich dann eben Mitte August mit den Theoriestunden begonnen. GsD sind das bei der Erweiterung nur 6x 90 Minuten. Aber man kommt sich mit 45 trotzdem blöd vor, mit den Kindern im Unterricht zu sitzen und nach 25 Jahren Fahrpraxis wieder Theorieunterricht zu haben.

Mitte September bekam ich dann meinen „Theo“ … einen Touchscreen-Palm, der mich mit allen offiziellen Fragen der amtlichen Prüfung gequält hat. Gut, das System ist nicht schlecht, es gibt sofort eine Rückmeldung ob man richtig lag oder nicht, aber sein wir mal ehrlich … ein Palm.

Ein P A L M.

Ein Palm. Ernsthaft?

Scheiß Display, bescheiden zu lesen, das entnervende Gepiepse nicht abschaltbar, und eine Akkulaufzeit von 5-6 Stunden. Quizduell für Arme. Das einzig gute daran ist die Geld-zurück-Garantie. Falls man nicht bestehen sollte, bekommt man die Gebühr für die erneute Theorieprüfung! Dafür muss man aber alle 987 Fragen (in meinem Fall) 5-mal richtig plus 5 Probeprüfungen bestanden haben. DANN gilt die Garantie. In Zahlen = 6.000 Fragen beantwortet in gut 14,5 Stunden reiner Lernzeit. Heftig.

Aber – sobald meine Papiere vorliegen, kann ich zur Theorieprüfung gehen.

2 thoughts on “Für dumme Ideen ist frau nie zu alt

  1. D'eau Venus

    Stimmt, für dumme Ideen ist frau nie zu alt!
    Aber wenigstens hattest Du schon eine gewisse Erfahrung mit Motorrädern. Ich wusste vorher im Prinzip gerade mal daß es sie gibt…

  2. G'schichtnErzählerin

    Gut, so betrachtet habe ich >10.000 km Motorrad-Erfahrung.
    Wenngleich auch nur als Sozia …

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