Believe you can and you’re halfway there.

Theodore Roosevelt

Donnerstag, 16-Okt-2014.
Prüfungstag.
Der Tag, auf den ich seit Wochen hingearbeitet hatte.

Als Prüfungsbeginn war 11:15 Uhr angesetzt worden. Daher hatte ich von Bernd gesagt bekommen, dass ich um 10:00 Uhr an der Fahrschule sein solle. Damit ich die Stunde noch nutzen konnte um mich „einzufahren“. So durfte ich dann gegen 10:10h loslegen mit den Grundfahraufgaben, die ich ja würde zeigen müssen. Und wie es eben so ist, mit jeder Wiederholung wurde es nur noch schlimmer. Bernd wurde (zu recht) ungehalten. Er wurde wohl durch meine Nervosität angesteckt.

Während ich anfing zu üben, stand ein junges Mädel in Motorradklamotten am Stromverteiler und wartete. Laut Aussage von Bernd hatte diese ihre Prüfung bereits hinter sich – und bestanden. Ein anderer Fahrschüler wäre grade mit dem Prüfer unterwegs. Umso besser. Hatte ich noch Zeit.

Dachte ich jedenfalls.

Aber der Prüfer tauchte schon lange vor der Zeit auf. Der andere Prüfling schien durchgefallen zu sein, denn dessen Prüfung war schon weit vor 10:30h beendet. Was es für mein Nervenkostüm nicht besser machte. Bernd hat dann den Prüfer gebeten, dass er doch bitte noch einen kleine Brotzeitpause machen könnte. Er würde mir gerne noch ein wenig Zeit geben, um mich mental vorbereiten zu können.

Und so tauchte er um 10:45h wieder auf. 45 Minuten vor der eigentlichen Zeit. Somit begann die Prüfung viel früher, als gedacht. Der Prüfer spulte seine Pflichten ab, wie Ausweiskontrolle, Verhaltenshinweise, und, da es in diesem Moment anfing zu nieseln, noch den dringenden Hinweis keine Risiken einzugehen. Keine Sorge, Herr Prüfer, ich werde keine bestimmt Risiken eingehen. Ganz sicher nicht. Ich will schließlich die Plastikkarte bekommen.

Gefordert wurden laut Prüfungsrichtlinie die Grundfahraufgaben für die Klasse A (Anlage 7 Nr. 2.1.4.1 FeV): Fahren eines Slaloms mit Schrittgeschwindigkeit (5 x 3,5 m Abstand, GA-Nr. 2.1), Langer Slalom (4 x 9 m, 2 x 7 m Abstand, GA-Nr. 2.6), Ausweichen ohne Abbremsen (GA-Nr. 2.3), Fahren mit Schrittgeschwindigkeit geradeaus (GA-Nr. 2.7) sowie Ausweichen nach Abbremsen (GA-Nr. 2.4) und das befürchtete Abbremsen mit höchstmöglicher Verzögerung („Gefahrbremsung“ GA-Nr. 2.2).

Erspart blieben mir Stop-and-Go (GA-Nr.2.8) und die Kreisfahrt (4,5 m Halbmesser, GA-Nr.2.9), die aber nur alternativ zu zeigen sind.

Um 11:05 Uhr stand dann der Prüfer vor mir und teilte mir mit, dass ich die erste Hälfte hinter mir hätte und das nun die Prüfungsstrecke außerhalb geschlossener Ortschaften folgen würde. Ich solle bitte auf Anweisung meines Fahrlehrers fahren. Ganz ehrlich? Ich war so perplex, das ich zwar die Worte vernommen, aber nicht verstanden habe was der gute Mann mir in diesem Moment mitgeteilt hat. Im ernst, ich war völlig geschockt, das ich Teil 1 wohl wirklich bestanden hatte.

Und so ging es dann auf die am Vortag geübte Strecke. An dieser Stelle noch einmal „Herzlichen Dank dafür, Bernd. Einfach – Danke!“ Und außerdem ein ausdrückliches Dankensgebet an Petrus – für den Nieselregen zu Beginn der Prüfung. Die Straßen waren nass, daher konnte ich im kurvigen Teil deutlich langsamer fahren. Ich sollte ja kein Risiko eingehen. Also bin ich diese Strecke nur mit durchschnittlich 50-60 km/h gefahren.

11:50 Uhr war ich dann wieder am der Fahrschule. Völlig durchgeschwitzt, klatschnass und nervös. Die Frage des Prüfers, ob ich denn mit meiner Fahrt zufrieden gewesen sein, musste ich mit Nein beantworten. Was den Prüfer wohl zufrieden stellte. Denn einen Fahrfehler hatte ich gemacht. Und das wollte er wohl sehen, dass ich das auch bemerkt hatte. GsD war dieser nicht gefährlich. Weder für mich, noch für andere Verkehrsteilnehmer.

Und so bekam ich kurz vor 12:00 Uhr meine neue Plastikkarte tatsächlich ausgehändigt.

Das mag sich jetzt alles schön lesen, aber ich habe wirklich bis Samstagmittag gebraucht, um zu realisieren das ich bestanden habe und seit dem stolze Besitzerin der Fahrerlaubnis bin. Wenn auch einer auf 15 Jahre befristeten. Aber es ist eben so. Der neue Führerschein ist nur noch befristet gültig. Die Gültigkeitsdauer beträgt nur noch 15 Jahre, danach muss er gegen ein neues Dokument umgetauscht werden.

Ich besitze inzwischen eine sehr umfassende Liste an Fahrerlaubnissen der Klassen: A, A1, A2, AM, B, C1, BE, C1E, CE (>12.000kg) sowie L. Eigentlich darf ich fast alles fahren, was mir vor den Schlüssel kommt.

Jetzt fehlt „nur noch“ das passende Mopped. Nächstes Wochenende werde ich mal die BMW R 1100 R vom Bruder meines Ex Probesitzen um zu schauen, ob das mit meiner Beinlänge kompatibel ist. Oder ob ich dafür zu klein bin. Mal schauen. Wär schön, wenn es passen würde.

Ich hätte gerne eine Maschine mit Boxermotor.

4 Gedanken zu „Believe you can and you’re halfway there.“

  1. Super daß das geklappt hat!! Herzlichen Glückwunsch!
    Bei mir war auch der Proband vor mir durchgefallen. Der ist der Fahrschule dann noch eine ganze Weile erhalten geblieben…

  2. Herrlich realistisch geschrieben. Erinnerte mich von Null auf Gleich wieder an MEINE Anfänge. Herzlichen Glückwunsch und allzeit gute Fahrt. Und immer ein wenig Intelligenz mehr als die Dosenfahrer. Wir brauchen das …

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