Tage wie diesen …

      7 Kommentare zu Tage wie diesen …
… braucht eigentlich kein Mensch.
Nein, mir ist nichts passiert. GsD nicht. Es hätte aber auch ganz anders ausgehen können.

Geplant war ursprünglich, wieder eine Runde mit den Motorrädern zu drehen. Antizyklisch zu den ganzen Deppen, die es gen Berge zog. Beim Rangieren in der Tiefgarage fiel mir auf, das ich ziemliche Probleme hatte dabei. Habe mir aber nichts gedacht. Auch nicht, das irgendwie alles ein wenig langsamer ging als sonst. Das bemerkte auch der Traumprinz. Musste er doch auf mich warten.

warten ... warten ... warten ...

warten … warten … warten …

Das erst Mal nach dem Start, das ich etwas stutzig wurde, war nach dem Losfahren nach dem Bäcker. Da hatte ich vergessen, meinen linken Ärmel zu schließen. Also rechts ran, schließen und weiter. Für den Anfang wollte ich einen Teil meiner Prüfungsstrecke fahren. Ging so weit auch ganz gut. Dachte ich. Für den Traumprinzen hinter mir sah das völlig andres aus. Aber dabei gedacht hatte er sich anfangs auch nichts. Die Kurven, die ich sonst gerne fahre, und auch recht zügig, gingen irgendwie nicht so richtig. Fühlte sich alles merkwürdig an, unrund. Also kurze Schattenpause.

Das mein Traumprinz dabei sehr schweigsam war, machte mich extrem stutzig. Auf Nachfrage druckste er erst herum und frage dann „Hast du eigentlich den Motorradfahrer gesehen?“ Ich muss ich wohl mit völligem Unverständnis angeschaut haben. Woraufhin er mir die Stelle und die Situation beschrieb, in der ich einen anderen Motorradfahrer zu einer sehr heftigen Bremsung gezwungen hatte. Ich war völlig geschockt.

Nein, ich hatte beim Linksabbiegen zwar geschaut, aber den Guten nicht bemerkt. Also bin ich abgebogen. Sowohl der Traumprinz als auch der andere Motorradfahrer waren dadurch wohl sehr überrascht – im negativen Sinne. Es ist nichts passiert, der Motorradfahrer konnte direkt hinter mir durchziehen. Da war ja GsD Platz. Sollte derjenige das lesen – Es tut mir leid. Es tut mir wahnsinnig leid. Das war keine böse Absicht. Klar, das schreibt sich jetzt so einfach, aber ich (wir) haben dann rigoros den kürzesten Weg genommen und die Motorräder für diesen Tag in die Garage gestellt. Keinen Meter mehr auf 2 Rädern. Heute jedenfalls.

Vermutlich waren das Nachwirkungen das Vortages. Vermutlich hat es mich doch mehr geschlaucht, als mir bewusst war. Ich werde jedenfalls zukünftig verstärkt darauf achten, wie meine Allgemeinverfassung ist bevor ich mich aufs Gelbschen setze. So etwas darf mir nie wieder passieren. Dieses Mal hatte ich Glück, aber ich will das ja auch nicht ausreizen. Es ist heute noch schockierend für mich, das ich den Fahrer einfach nicht wahrgenommen habe.

Wir sind dann stattdessen mit dem Zug an den Ammersee gefahren. Segler schauen, spazierengehen, Sonne genießen, einfach alles ruhig angehen lassen. Viel trinken.

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Nachmittags haben wir ein wenig am Gelbschen geschraubt. Besser gesagt, der Traumprinz hat mir gezeigt, wie ich die Kette spanne. Was für ein Gefummel, was für ein Schmodder. Ich werd nie zum Schrauber. Das ist nicht meine Welt. Ich habe zwar teilweise Einweghandschuhe angehabt, aber meine Hände standen dann doch irgendwann vor Dreck und Kettenfett. Auch meine Knie waren dreckig vom auf-dem-Garagenboden-herumkriechen. Ne, nicht meines. Ok, ich weiß jetzt wie es geht. Aber es wird kein Hobby von mir werden. Da bin ich doch zu sehr Mädchen.

 

7 thoughts on “Tage wie diesen …

  1. Traumprinz

    Auf dem Parkplatz hinter dem Restaurant habe ich gesagt, dass ich das nicht mehr kommentieren werde. Jetzt, wo die Geschichte im Internet zu lesen ist, möchte ich meinen Kommentar noch einmal wiederholen (und für die Nicht-Ortskundigen um ein paar beschreibende Worte ergänzen).

    Wir kommen von Weilheim in Richtung Wessobrunn und befahren die lange Rechtskurve am Zellsee. Sie setzt den Blinker links und fährt auf die Linksabbiegerspur nach Paterzell. Von rechts oben kommend sehe ich einen bewegten Schatten, der sich im Spiel von Licht und Schatten der am Morgen noch tief stehenden Sonne schnell als Motorradfahrer entpuppt. Meine Vorderfrau erreicht inzwischen die Kreuzung und ich stelle mir sofort die Frage, ob sie das Motorrad gesehen hat. Sie zieht ohne Zögern herum, der Motorradler bremst (der Scheinwerfer zuckt) und geht zwischen ihr und mir durch die Kreuzung. Dann biege ich ab. Ich lege mir in den folgenden Kurven die Worte zurecht. Wenn sie ihn gesehen hat, war es zu knapp. Oder sie hat ihn nicht…???!?! Es beschäftigt mich bis zur ersten Pause.

    Die Frage wird geklärt. Damit ist Ende der Diskussion. Fazit ist, auf die kleinen Anzeichen zu schauen. Wenn alles schief läuft, ist es vielleicht nicht der richtige Tag für eine Tour mit dem Gelbschen. Alle Beteiligten sind mit dem Schreck davon gekommen, das ist gut so!

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    1. G'schichtnErzählerin

      Nein, ich habe ihn nicht gesehen. Wirklich nicht. Und ja, ich muss mehr auf die kleinen Anzeichen schauen, die eigentlich an diesem Morgen gehäuft auftauchten. Wenn ich aufmerksamer gewesen wäre, hätten wir die Tour gar nicht erst begonnen. Punkt. 🙁

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  2. BlauerEngel

    Zum Glück ist nichts weiter passiert, weil der andere Motorradfahrer genügend Platz hatte, um der Gefahrensituation zu ‚entkommen‘.

    Und ja, es ist SEHR wichtig, auf seinen Körper zu hören.. er signalisiert zumeist deutlich, wenn was nicht stimmt.
    Ich merke selbst jetzt noch -obwohl ich viele Kilometer ErFAHRung habe- , dass ich nicht immer gut konditioniert bin.
    Und man sollte niemals zu stolz sein, bei Unwohlsein die Tour abzubrechen bzw. eine länger Pause einzulegen, wenn ein Abbruch nicht möglich ist. Sicherheit geht vor!

    Wieder eine Lektion des Motorradfahrerlebens mehr für dich… 🙂

    DLzG
    dat (B)Eng’lchen

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  3. Minya

    Oh ja, das ist in unserem „Gewerbe“ wirklich wichtig, daß man auf sich und seinen Körper hört. Es gibt auch bei mir manchmal Tage, da merke ich nach ein paar Minuten schon, daß es heute nicht gut wird. Dann versuche ich mich zusammenzureißen und wenn das nicht gelingt, dann wird eben umgedreht und auf dem kürzesten Weg nach Hause gefahren.
    Solche Tage gibt es und es ist nicht schlimm, solange man darum weiß. Man tut dann gut daran abzubrechen, eh man sich, oder anderen, oder der Maschine weh tut.

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    1. G'schichtnErzählerin

      ann wird eben umgedreht und auf dem kürzesten Weg nach Hause gefahren
      Jupp, wurde es. Traumprinz vorne weg und ich hinten nach. *soifz* Ägän watt Lörnd.

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  4. SonjaM

    Sowas kommt leider vor. Gut, dass außer einem Schrecken für den Mann und den anderen Zweiradfahrer nichts passiert ist. Hört sich zwar abgelatscht an: Aber wenn ich nicht den Zen komme, wird das kein guter Fahrtag. Pass auf Dich auf!

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  5. Sascha

    Solche Tage gibt es einfach. Die habe ich auch schon oft erlebt auf der Vespa. Anfangs bin ich das durchgezogen, grade wenn ich in der Gruppe war. Ich glaube, sowas muss man erleben, um die Anzeichen zu erkennen. Aber dann muss man unbedingt darauf achten. Und es ist gut, wenn man wie Du an dem Tag jmd dabeihat, der dann auch „stop“ sagt …

    inzwischen fahre ich an solchen Tagen nicht mehr. Lieber Öffis oder Tour verschieben, Freunde ein andermal besuchen, absagen. Egal. Niemals sich oder andere gefährden. Auch, wenn man sich denkt „ach, pah, wird schon“

    (sei es der Sekundenschlaf, die Müdigkeit, oder auch einfach mangelnde Konzentration oder einfach nur ein blödes Gefühl. Aber auf sowas hab ich gelernt zu achten)

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