the promise I made

      4 Kommentare zu the promise I made
Anfang August hatte ich mich mal wieder mit den Motorradmädels zum Kaffeeklatsch in Dachau getroffen. Damals hatte ich mir selber versprochen, noch einmal für einen Besuch der Gedenkstätte zurück zu kommen.

Und so habe ich mich dann am Sa,10-Sep-2016 dort hin auf gemacht. Gut, nicht direkt. Auf dem Weg Richtung Ammersee fahre ich jedes Mal an Raisting vorbei. Dort stehen die weithin sichtbaren Parabolantennen der Erdfunkstelle für die Nachrichtensatelliten-Kommunikation. Diese wurden 1964 von der Deutschen Bundespost in Betrieb genommen, Januar 2006 an die Emerging Markets Communications Inc. (EMC) verkauft und seit 2009 wurde es ein technisches Denkmal.

Das musste ich einfach besuchen.

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Nach dem Besuch ging es erst das Stück zurück, und dann am Ostufer des Ammersees entlang nach Herrsching. In Herrsching selber hat dann ein Dosist auf sehr kreative Weise versucht, mich von meinem Motorrad zu holen. Ich meine, mit 50 durch den Ort zu fahren ist ja völlig Ok. Aber dann eine Vollbremsung zu machen, innerhalb weniger Sekunden den Rückwärtsgang reinzuklotzen und Gas zu geben um einzuparken, ist doch erstaunlich. Er bemerkt mich erst, als sein Seitenspiegel auf Höhe meines Vorderreifens war. Ein bergauf Rückwärts schieben wäre mir nicht möglich gewesen. Und so war ich froh, genügend Abstand gehalten zu haben vor seiner Aktion.

Zwischen Dachau und Karlsfeld habe ich (wieder mal) die falsche Ausfahrt erwischt und landete auf der 4-spurigen B 304 Richtung Karlsfeld/München. An der nächsten Ampel konnte ich aber bequem drehen, da kaum Gegenverkehr kam.

In Dachau selber habe ich mich dann völlig verfahren. Erst habe ich die Abfahrt Richtung Gewerbegebiet verpasst, dann landete ich fast in der Altstadt. Die Münchener Straße war wegen des Straßenfestes „Lange Tafel“ voll gesperrt und so musste ich einen ziemlichen Umweg fahren.

Die Gedenkstätte selber war nach einer Weile wieder ausgeschildert, und so kam ich dann nach kurzer Zeit an. Ein Stück entfernt von der KZ Gedenkstätte befindet sich ein, im Sommer (März-Oktober), gebührenpflichtiger Parkplatz. Im Winter (November-Februar) ist das Parken kostenlos. Soweit, so gut.

Der Weg zur Gedenkstätte selber ist für Motorradfahrer im Rahmen des erträglichen. Was hingegen inakzeptabel ist, ist das es keinerlei Möglichkeiten der Aufbewahrung gibt. Also entweder kettet man sein Eigentum am Motorrad fest, oder man trägt es (wie ich) dann eben die ganze Zeit mit sich herum. Memo an mich: Schloss für den Helm kaufen!

Für den Besuch der Gedenkstätte empfiehlt sich viel Zeit und vor allem der gebührenpflichtige Audioguide. Ohne den sind Informationen faktisch kaum erhältlich. Die wenigen Aufsteller, grade im Außenbereich, sind sehr spärlich verteilt. Alternativ werden kostenpflichtige Führungen angeboten. Da ich aber keine Führung wollte, und es für den großen Audiorundgang viel zu warm war, habe ich mich eben auf eigene Faust auf den Weg gemacht.

Ja, es war wie damals auf Klassenfahrt. Ich war enttäuscht. Denn im Gegensatz zu dem, was ich in div. anderen Gedenkstätten (u.a im Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau/ Oświęcim) zu sehen bekommen habe, ist das in Dachau gebotene mehr als sparsam. Zudem ist der größte Teil des Konzentrationslagers Dachau, das Gelände der SS, für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

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Die eine Schaubarake von innen:
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Das Museumsgebäude mit Außenanlage:
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Das berühmte Tor, dessen Original im November 2014 gestohlen wurde. Heute eine Rekonstruktion.
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Die Rampe, an der die Gefangenen ankamen.
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Nach etwa 1,5 Stunden war es mir einfach zu heiß. Daher habe ich auf die Besichtigung des Krematoriumsbereiches verzichtet und mich in die Cafeteria gesetzt. Auf der Homepage der Gedenkstätte liest sich dieser Ort wie folgt: „Im Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte Dachau befindet sich eine Cafeteria mit 98 Sitzplätzen innen und 30 im Außenbereich. Die Cafeteria ist ab 9.00 Uhr geöffnet. Das Angebot reicht von Kaffee und Kuchen über Snacks und Sandwiches bis hin zu warmen Mahlzeiten sowie einer reichhaltigen Getränkeauswahl.“

Nun ja. Den Jugendherbergen-Charme liest man dort nicht heraus. Ebenso wenig das dazugehörige Angebot, das sich überwiegend an dem Interesse von Schulklassen orientiert. Die Preise hingegen sind … Catering halt. Die Sandwiches sahen nicht so wirklich einladend aus und auf Currywurst mit Fritten hatte ich absolut keine Lust. Und so durfte ich für 0,5 L Mineralwasser, eine Tasse Beuteltee und ein Langneseeis stolze 6,20 € über den Tresen reichen.

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Ich habe mich dann relativ zügig wieder auf den Heimweg gemacht. Der Rückweg war einfacher, da ich ja dieses Mal die Richtung kannte. Auch dieses Mal kam ich an der Wallfahrtskirche St. Rasso in Grafrath vorbei.

Rasso von Andechs war der traditionellen Überlieferung nach ein Sohn des Grafen von Dießen-Andechs und demnach 2,50 Meter groß, Ritter, berühmter Feldherr und von Herzog Heinrich I. zur Abwehr von Angriffen der Ungarn im Innviertel eingesetzt. Sein Heiligentag ist der 19-Juni. Seine Zuständigkeit ist gegen Stein- und Bruchleiden (also Unterleibsleiden), vor allem bei Kindern.

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Alles in allem eine nette Samstagsnachmittagstour. leider war es doch ziemlich schwül, so das ich froh war, duschen zu können als ich wieder in der Wohnung war. Das kalte Ankommer-Bier schmeckt danach noch mal so gut. 😇 🍺

 

4 thoughts on “the promise I made

  1. Polly

    Mich macht es immer wieder nachdenklich, diese Gedenkstätten zu betrachten. Kalte Schauer laufen mir den Rücken herunter. Wie Menschen so sein können. Dass Menschen sich so etwas ausdenken…

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    1. G'schichtnErzählerin

      Dachau ist, im Gegensatz zu Auschwitz und Buchenwald, nur ein Konzentrations- und kein reines Vernichtungslager gewesen. Deswegen ist das dort gezeigte anders als in Dachau.

      Aber du hast recht. Es ist erschreckend, was Menschen einander antun wenn sie Macht ausüben können. Leider findet man das heutzutage auch immer noch in einigen Ostblock-Ländern oder jedenfalls die grobe Richtung. Auch dort gibt es noch kleine Menschen mit zu viel Macht.

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  2. Minya

    In Dachau bin ich auch mal vor vielen Jahren gewesen. Ich war damals auch ein wenig verwundert darüber, wie wenig dort tatsächlich zu sehen ist.
    Ein paar Jahre später durfte ich noch einen ehemaligen Insassen kennenlernen. Es war der Großvater eines Kollegen. Er war als Kommunist dort inhaftiert gewesen.

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    1. G'schichtnErzählerin

      Ich habe anlässlich des Besuches der Internatiomalen Begegnungsstätte in Ausschwitz die Gelegemheit, mit einem Überlebenden sprechen zu dürfen. Sein Verzeihen der jüngeren Generation gegenüber war für mich als Jugendliche unfassbar. Schade, das die heutigen Jugendlichen diese Chance nicht mehr bekommen können. Es würde denen vielen klarer machen.

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