Nachtfahrten und andere Widrigkeiten

Montagabend, 29-Sep-2014 war es dann soweit. Ab 20:15 Uhr standen die Pflicht-Nachtfahrtstunden auf dem Kalender. Ich hatte schon große Befürchtungen hinsichtlich des Wetters, aber es war bis zum Abend trocken. Nur leider wurde es mit einsetzender Dunkelheit dann auch kalt. Und so musste ich eben mit Thermounterwäsche fahren. Die ich nicht besonders mag, da sie furchtbar eng und furchtbar warm ist. Gut letzteres ist ihr Sinn, aber wenn frau eh nervös ist und schwitzt ist das furchtbar unangenehm.

Aber – es half ja nichts. Die Pflichtstunden müssen absolviert werden. Und so ging es dann anfangs über eine inzwischen bekannte Strecke. Naja, eigentlich kenne ich irgendwie alle Strecken. Bin sie nur zum Teil seit 10-15 Jahren nicht mehr gefahren. Daher habe ich mich dann auch an einer Stelle verfahren. Besser gesagt, ich bin zu früh abgebogen und musste dann auf der alten, inzwischen gesperrten, Schongauer Straße wenden. Auf einer schrägen, geneigten Straße, die an den Rändern leider zu matschig war um in einem Zug herum zu fahren. Aber – mit viel Schwitzen und noch viel mehr Geduld habe ich die Kawa umfallfrei gewendet und konnte weiterfahren.

Unangenehm wurde es dann auf der B 17 (Umgehung Schongau-Peiting), als ich den Lech überqueren musste. Dort zog Nebel auf. Richtig fette Nebelschwaden. Auch auf dem Rückweg durch Schongau selber ebenso wie in Peiting, war es stellenweise extrem nebelig. Wenn dann zudem noch das Visier beschlägt, hat frau irgendwann richtig Stress. Und wenn frau dann in diesem Moment in einer senke beim Abbiegen ist, runterschalten und gleichzeitig abblenden muss, dann geht einem schon mal der Puls so richtig hoch.

Aber … es ist alles gut gegangen. Ich war trotzdem froh, als ich nach 2 Std 15 min und 86 km wieder zurück an der Fahrschule war. Und heimfahren durfte. Und ins Bett. Ich war einfach nur noch platt.

Die Tage danach

Letzte Woche „durfte“ ich insg. 3-mal fahren. Mittwoch 120 Minuten, Freitag und Samstag dann jeweils 180 Minuten. Und das merke ich brutal. Eigentlich bin ich ein wandelnder Muskelkater. Zumindest in den Armen, den kompletten Armen. Und wenn frau dann noch umfällt beim Abbiegen, tut das nicht so richtig gut. Peinlich ist es zudem auch noch. Und zwar gewaltig.

Natürlich ist es wichtig, so viel wie möglich zu fahren um irgendwann dann doch mal eine gewisse Sicherheit zu bekommen. Aber am Samstag habe ich merken müssen, wie wichtig es für mich ist, die Grundfahrübungen ständig zu wiederholen. Daran hapert es im Moment auch noch gewaltig. Also bestehen die Fahrstunden im Moment auf einem Teil Grundfahrübungen und dem Rest dann eben Überland o.ä. Vor allem mit den Schrittgeschwindigkeits-Übungen habe ich massive Probleme. Slalom bei 5 km/h ist einfach NUR anstrengend.


Tour 2 – 63 km


Tour 3 – 55 km

Heute Abend folgt dann der Teil mit der Nachtfahrt. Irgendwie graut es mir davor. SOO sicher bin ich noch nicht mit dem Motorrad und ich weiß, wie bekloppt viele Autofahrer sind. Aber … das wird schon. Chakka. Ich schaffe das.

Der Termin für die theoretische Prüfung steht inzwischen auch. Donnerstag, 02-Okt-2014. Danach werde ich wissen, ob all das Lernen mit dem Theo zielführend war, oder ob mir meine Prüfungsangst mal wieder Probleme verursacht hat.

Nur noch 3-mal schlafen.

Vorbehalte und Befürchtungen

Am 11-Sep-2014 (ausgerechnet) war es dann soweit. Ich setzte mich zum ersten Mal auf das Fahrschul-Motorrad. Ich war tatsächlich Fahrschüler. Es war zwar ausgemacht gewesen, das ich auf einer Honda CBF600 lernen sollte, wir hatten dann aber beschlossen, die ersten Stunden auf der wesentlich leichtern Kawasaki Er-6n zu machen.


Kawasaki Er-6n


Honda CBF600

Die Übungsfahrten fanden auf dem Volksfestplatz statt. Schön groß, geteert und am Ende auch der Ort, an dem die Grundfahrübungen bei der prakt. Prüfung absolviert werden müssen. Ist ja nicht so, als wenn frau sich nicht wie der größte Vollhonk anstellen würde dabei. Aber nach 4 Fahrstunden durfte ich dann doch tatsächlich auf Menschheit los. Ich auf der Kawa, Bernd im Fahrschulwagen als Absicherung und Kommandostimme hinterher. GsD war es sonnig und trocken auf dieser ersten Runde. Und trotz der großen Befürchtungen, die mein Fahrlehrer hatte, ist es sogar relativ glimpflich über die Bühne gegangen.

Einen Anschiss habe ich völlig zu recht kassiert. Darüber brauche ich jetzt nicht diskutieren. Er hatte vollkommen Recht und ich hab nen Bock geschossen. Punkt. Man fährt nicht aus einer Ausfahrt auf eine Schnellstraße, wenn von hinten noch einer kommt. Du bist als Anfänger nicht schnell genug. Basta.

Das ich dann beim Abbiegen die Kawa abgewürgt habe an einer Steigung war nicht schön, ließ sich aber nicht ändern. Falschen Gang erwischt und sie stand. Das Anfahren am Berg musste Bernd mir dann halt unfreiwillig früh erklären, hat dann aber GsD auf Anhieb funktioniert und ich bin fehler- und stotterfrei angefahren.

Im Großen und Ganzen war die Runde, die wir gefahren sind, eine der Strecken die die Prüfer hier gerne wählen. Kurvenreich, viele Ortsdurchfahrten, Bahnübergänge und leichte Steigungen. Alles, was das Prüferherz begehrt. Jetzt hoffe ich nur noch, das ich lerne mit den Motorrädern zurecht zu kommen um dann auch tatsächlich zu bestehen – wenn es dann soweit ist.


Tour 1 – 44 km

Für dumme Ideen ist frau nie zu alt

Da der Ex und ich in den letzten Jahren mehr oder weniger regelmäßig mit seinem Motorrad in den Urlaub gefahren sind – und ich immer mit dem lächerlichen 35 L Seitenkoffer auskommen musste – reifte dann irgendwann im letzten Jahr die Idee, doch selber den Motorradführerschein zu machen.

Gut, ich bin inzwischen 45, aber eben auch für eine dumme Idee nie zu alt.

Und so hat mein Ex für mich am Osterwochenende zwei Probefahrstunden in Frankfurt für mich ausgemacht. Die erste Maschine, die ich testen konnte, war eine Suzuki. Mit der ich GAR NICHT zurecht kam. Sitzposition, -haltung, Kupplungshebel, nichts passte zu mir. Und so bekam ich dann für die zweite Probestunde eine Honda CB500. Ein komplett anderes Gefühl. Schon beim Aufsitzen fühlte es sich völlig anders an. Und der Rest passte dann auch, wie sich im Verlauf der nächsten Stunde zeigen sollte. Ich kam an den Kupplungshebel, die Fußrasten, einfach alles. Von daher schien die Idee mit dem Führerschein gar nicht mehr so abwegig.

Geplant war, im Mai damit zu beginnen. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Anfang Mai zerlegte ich mir dann mein Knie und durfte erst einmal damit unters Messer. Und danach in die Hände von Physiotherapeuten, die mich doch bitte schnellstmöglich wieder fit bekommen sollten. Besser gesagt – das Knie. Und so verschob sich die ganze Aktion um ein paar Monate, bis ich mich auf den Weg in eine unsere örtlichen Fahrschulen machen konnte. Gelandet bin ich bei Bernd und Petra Steinmetz, die das Wagnis eingehen wollten, mir alten Krücke zum erweiterten A zu verhelfen.

Da mein Knie noch nicht 100%ig fit war, habe ich dann eben Mitte August mit den Theoriestunden begonnen. GsD sind das bei der Erweiterung nur 6x 90 Minuten. Aber man kommt sich mit 45 trotzdem blöd vor, mit den Kindern im Unterricht zu sitzen und nach 25 Jahren Fahrpraxis wieder Theorieunterricht zu haben.

Mitte September bekam ich dann meinen „Theo“ … einen Touchscreen-Palm, der mich mit allen offiziellen Fragen der amtlichen Prüfung gequält hat. Gut, das System ist nicht schlecht, es gibt sofort eine Rückmeldung ob man richtig lag oder nicht, aber sein wir mal ehrlich … ein Palm.

Ein P A L M.

Scheiß Display, bescheiden zu lesen, das entnervende Gepiepse nicht abschaltbar, und eine Akkulaufzeit von 5-6 Stunden. Quizduell für Arme. Das einzig gute daran ist die Geld-zurück-Garantie. Falls man nicht bestehen sollte, bekommt man die Gebühr für die erneute Theorieprüfung! Dafür muss man aber alle 987 Fragen (in meinem Fall) 5-mal richtig plus 5 Probeprüfungen bestanden haben. DANN gilt die Garantie. In Zahlen = 6.000 Fragen beantwortet in gut 14,5 Stunden reiner Lernzeit. Heftig.

Aber – sobald meine Papiere vorliegen, kann ich zur Theorieprüfung gehen.